„Liefern Sie Ihr Trinkgeld bitte ab, bevor Sie gehen“

Ich bin nicht erstaunt: Die Frage, ob der Ober sein Trinkgeld beim „Chef“ abliefern muss, scheint in der Gastronomie der Renner schlechthin zu sein. Wer nach einschlägigen Fragen bei Google sucht, wird mit teils widersprüchlichen Antworten überhäuft.

Das lässt sich hier nicht alles aussortieren. Es gibt zwei Möglichkeiten: Eine/n Expterten/-in fragen und die Antwort nicht verstehen, oder sich um ein Grundverständnis bemühen. FOCUS Online hat es auf dem ersten Weg versucht und Nathalie Oberthür gefragt. „Arbeitsrechtsexpertin“ ist da fast derogativ, sie gehört jedenfalls zu den profiliertesten Kolleginnen am Markt.

Deshalb ist die knapp verstandene Antwort

Kellner muss Trinkgeld nicht mit Kollegen teilen

sicher ebenso nicht gegeben worden wie das Resümee

Die Rechtslage sei eindeutig, erläutert die Anwältin

Es handelte sich wohl um ein qualifiziertes „es kommt darauf an“. Nun weiß ich nicht, ob Frau Oberthür der Schnippsel bei FOCUS Online egal ist (vermutlich), verteidigen könnte sie sich auch selbst. Aber nachdem ich es heute – nur deshalb – auf zwei (!) Anrufe wegen dieses Schnipsels gebracht habe, die intonierten

Was machen wir denn jetzt? Das ist alles rechtswidrig, bei mir stehen die Mitarbeiter schon auf den Füßen

könnte ich (1) den aufgeregten Mandanten sagen, sie sollten Ihren Mitarbeitern Focus-Apps verbieten oder wenigstens klar machen, dass man nicht während der Arbeitszeit lesen soll oder (2) meine heute gewonnen Einsichten teilen.

Es kommt nämlich ganz darauf an, wobei man noch Feinheiten ausloten kann, die wir heute beiseitelassen wollen.

Trinkgeld bekommt der/die Kellner/-in vom Gast. Was das ist, ist eigentlich klar. In jeden Gastronomiebetrieb wird damit anders umgegegangen ...

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