Krebstherapie notfalls auch mit dafür nicht zugelassenem Medikament

Bei einer lebensbedrohlichen Krankheit müssen die gesetzlichen Krankenkassen gegebenenfalls auch für Arzneimittel aufkommen, die für die jeweilige Behandlung nicht zugelassen sind. Im Zweifel überwiege das „Rechtsgut Leben“ gegenüber den Kosteninteressen der Krankenkasse, heißt es in einem am Dienstag, 30.04.2013, bekanntgegebenen Beschluss des Bayerischen Landessozialgerichts (LSG) in München (AZ: L 5 KR 102/13 B ER). Es gab damit im Eilverfahren einem krebskranken Mann gegen seine Kasse recht.

Der 46-Jährige hatte einen bösartigen Hirntumor, der sich operativ nicht entfernen ließ. Auch Bestrahlung und Chemotherapie hatten den Tumor nicht stoppen können. Als letzte Chance, den tödlichen Verlauf vielleicht doch noch zu stoppen, sahen die behandelnden Ärzte einer angesehenen Universitätsklinik eine Behandlung mit dem Medikament Avastin.

Dieses Mittel ist für die Behandlung von Krebs allerdings nicht zugelassen. Für eine Behandlung abseits der Zulassungen, sogenanntes Off-Label-Use, müssen die gesetzlichen Krankenkassen normalerweise nicht aufkommen. Auch im konkreten Fall hatte die Kasse daher eine Kostenübernahme für das teure Mittel Avastin verweigert.

In seinem auch bereits schriftlich veröffentlichten Eilbeschluss vom 08.04.2013 hat das LSG München nun aber die Krankenkasse zu Kostenübernahme verpflichtet ...

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