Die Zeugin mit der “Autopanne”

An dieser Stelle hatte ich bereits davon berichtet, daß nicht alle Zeugen begeistert sind, bei Gericht aussagen zu dürfen müssen. In einer kürzlich verhandelten Strafsache teilte eine Zeugin der Geschäftsstelle des Berufungsgerichts mit, daß sie leider nicht zum Termin kommen könne. Sie habe eine Autopanne erlitten.

Die Zeugin dürfte damit gerechnet haben, daß ihr diese Angabe die unerwünschte Vernehmung ersparen würde, schließlich hatte dieses Vorgehen auch in erster Instanz schon wunderbar funktioniert. Auch dort hatte sie ausweislich der Strafakte an dem Tag, an dem sie vernommen werden sollte, bei Gericht angerufen und von einer bedauerlichen Autopanne berichtet. Man verzichtete sodann in der ersten Instanz auf ihre Vernehmung.

Nun hatte der Berufungsrichter die Akte indes sorgfältig gelesen und so stand ihm diese Begebenheit noch deutlich vor Augen. Er ließ sich also über die von der Zeugin mitgeteilte Handy-Nummer mit der Zeugin verbinden und erkundigte sich danach, wo sich die Zeugin gerade befand ...

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