NSU-Recht zufällig – oder: Warum sollen nicht Bild-Reporter für die taz schreiben?

Dass den Münchner Richtern im NSU-Verfahren nichts besseres eingefallen ist als die Presseplätze in einem durch fragwürdige Poolbildung modifizierten Losverfahren zu verteilen, ist trostlos. Andererseits: Was erwartet man von einem bayrischen Staatsschutzsenat. Juristen werden nicht dafür bezahlt kreativ zu sein. Sie haben drögere, manche meinen wichtigere Aufgaben. Recht zu sprechen beispielsweise. Dass ihnen das häufig auch nicht besonders gut gelingt, eint sie mit den Medienvertretern, die ja auch nicht jeden Tag brillante Texte verfassen, sondern oft genug ziemlich schlechte (gerade über Rechtsprechung ürbrigens). Das Los hat jetzt entschieden und es zeigt sich, dass der Zufall vielleicht wenn er als Kommissar in Erscheinung tritt die Aufklärung voran treiben kann, fürs alltägliche Geschäft ist er aber kein Gerechtigkeit schaffender Gesell. Statt dessen hat er einem freien Journalisten, der sonst sein Geld als Messespezialist verdient eine solide Einnahmechance verschafft, die Oberhessische Presse der FAZ vorgezogen und die Lübecker Nachrichten der taz. Dass Bild einen Platz bekommen hat, zeugt davon, dass offenbar auch das Glück die Auflage stets im Blick hat. Bei dem Losentscheid zugunsten von Brigitte ist allein rätselhaft, was die Redaktion bewogen haben mag, sich überhaupt an diesem Verfahren zu beteiligen? Beate Zschäpe ist aus dem Young Miss Alter deutlich heraus und ihre Diätgewohnheiten dürften angesichts der Anstaltskost von geringem Interesse sein. Jetzt kommt, was kommen muss: die nächste Verfassungsbeschwerde derer, die diesmal zu kurz gezogen haben ...

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