Rezension Strafrecht: Verteidigung in Kapitalstrafsachen

Rostek, Verteidigung in Kapitalstrafsachen, 2. Auflage, Carl Heymanns 2012 Von Rechtsanwalt Johannes Berg, Kaiserslautern Mord- und Totschlagsverfahren faszinieren die beteiligten Juristen wie auch die Öffentlichkeit seit jeher. Diese Faszination trifft junge Verteidiger in gesteigertem Maße. Scheint doch mit der Tätigkeit praktisch gewiss, weit im Land bekannt zu werden. Doch zugleich stellen Schwurgerichtsverfahren auch besondere Anforderungen an den Verteidiger. Der darin tätige Junganwalt sieht sich deutlich erfahreneren Ermittlern, Staatsanwälten und Richtern gegenüber. Die Ermittlungen werden nicht selten über kriminalistische Methoden geführt, mit denen der Verteidiger in anderen Verfahren noch nicht in Verbindung gekommen ist. Daher gibt Holger Rostek, bekanntermaßen einer der führenden Schwurgerichtsverteidiger der Bundesrepublik, in seinem Werk „Verteidigung in Kapitalstrafsachen“ ein Stück seiner Erfahrung weiter. Um es vorwegzunehmen: das gerade einmal 90 Seiten dünne Heftchen ist kaum weniger spannend als eine Kapitalstrafsache selbst. Nachdem ich es freitags mit der Post auf den Schreibtisch bekam, hatte ich es bereits am selben Abend gänzlich verschlungen. Rostekbeginnt - eher unkonventionell - mit der Skizze dreier Verteidigungen aus seiner Praxis. Die Schilderung der Fälle Fritz Möller (BGHSt 37, 214), Ursula Eckwert sowie Ulrich B. (seiner ersten Verteidigung bei einem Tötungsdelikt) vermittelt dem Leser häufige Probleme wie die besondere Verfahrensdauer, die Beteiligung von Sachverständigen, aber auch das Verhältnis von Verteidiger und Mandant. Darauf folgt die Abhandlung des materiellen Teils, wo Rostek über Bereiche wie Schuldfähigkeit, Versuch, Teilnahme, Notwehr und andere Fragestellungen des materiellen Strafrecht knapp hinweggeht. Dieses Anreißen der wichtigen Themen erscheint auch sinnvoll ...Zum vollständigen Artikel


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