Wettbewerb um Flexibilität in den neuen Strommarktdesigns

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Wie kann man durch mehr Flexibilität die Netze stabiler machen? In unserer Reihe unter der Überschrift „Stabilität durch Flexibilität“ haben wir uns bisher zunächst mit der Verbraucherseite beschäftigt: In Teil 1 ging es mit dem Demand-Response-System und der Verordnung über Vereinbarungen zu abschaltbaren Lasten (AbLastV) um zwei interessante Möglichkeiten, den Energieverbrauch flexibler zu machen. In Teil 2 haben wir darüber nachgedacht, dass man eigentlich Flexibilität durch einen Energie-FlexScore einheitlich messbar machen müsste. In unserem heutigen Teil 3 widmen wir uns nun der Erzeugerseite.

Erzeugungskapazität als Flexibilität

In unserem bisherigen Elektrizitätssystem sind es die Erzeuger, die klassischerweise Flexibilität bereitstellen. Sie stellen im Idealfall nicht mehr Strom her, als sie verkaufen können, und das wiederum hängt von der Prognose ab, wie viel die Endkunden verbrauchen werden. Diese Prognose wird immer akkurater, und auf den Spotmärkten wird die gekaufte Erzeugung kurzfristig an sie angepasst. Auch die Regelenergie wird klassisch von Kraftwerken bereitgestellt, die ihre Produktion hoch – oder runterregeln – je nach dem physikalischen Bedarf des Netzes. Das alles setzt aber voraus, dass mindestens so viel Erzeugungskapazität zur Verfügung steht, wie maximal gleichzeitig gebraucht wird. Dazu kommen Sicherheitsaufschläge, denn a) manche Kraftwerke stehen manchmal nicht zur Verfügung, und b) man weiß ja nie.

Heute haben wir genug Erzeugungskapazitäten, die vielfach noch aus “alten” Zeiten stammen. Aber es gibt Befürchtungen, dass dem zukünftig nicht mehr so ist. In der letzten Zeit haben daher verschiedene Seiten Strommarktmodelle vorgeschlagen, die es für Stromerzeuger profitabel machen, größere Erzeugungskapazitäten (Back-up-Kapazitäten) vorzuhalten. Vor allem die technisch am flexibelsten einsetzbaren Gaskraftwerke stehen im Mittelpunkt der Überlegungen ...

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