Kampf der Befristung? Ver.dient…

Dass sich Dinge je nach Betrachtungswinkel ganz anders anschauen, weiß jeder, sogar ich.

Trotzdem:

Befristungsrecht ringt mir immer wieder einmal Schmunzeln oder auch Asthma ab, je nach Tagesform. Wegen der wundervollen kleinen Widersprüchlichkeiten. Ja, Befristen kann schwerer sein als Kündigen (warum bloß?), der öffentliche Dienst hat viel weitergehende Befristungsmöglichkeiten als die „Privatwirtschaft“ (warum, kann ich mir denken, außerdem: Wasser predigen, Schaumwein trinken, ist das Motto aller Haushaltspolitiker), die im Kündigungsrecht heilige Unternehmerentscheidung gibt es im Befristungsrecht nicht; ach ja, last but not least – und so sehr ich mich darüber gefreut habe – es ist juristisch erwiesen, dass eine gedachte zeitliche Unendlichkeit (die angeblich ohnehin der Relativitätstheorie widerspricht) doch nur drei Jahre währt, aber eben nur im Befristungsrecht (dazu BAG, Urteil vom 6. 4. 2011 – 7 AZR 716/09).

Kampf der Befristung, heißt es politisch und juristisch allerorten, weil die Befristung Unsicherheit schafft, Kinder abschafft (keine Planungssicherheit für Paare) und den Kündigungsschutz unterläuft. Dass der vielleicht der Grund für den Wunsch nach Befristung ist, sei mal geschenkt für heute. Bei ver.di in Heidelberg sieht man es satirisch-feindselig und dreht das „Befristungsglücksrad“. Ebenfalls ver.di geißelt die Befristungspraxis in Hessen (öffentlicher Dienst) heftig, gar nicht so zu Unrecht übrigens in manchen Fällen.

Zwischenergebnis (sozialpolitisch) also: Befristung = böse.

Es gibt bekanntlich in § 14 Abs. 2 TzBfG die absolut rechtssichere Befristung durch die Einhaltung simpler Formalien. Na ja, mehr oder weniger simpel, wie das Urteil des BAG vom 26. 7. 2000 (7 AZR 51/99) zeigt. Egal jetzt. Da – in § 14 Abs ...

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