Fahrt in eine ungewisse Zukunft – die SPE

2011 herrschte noch große Zuversicht, dass der Kanon der europäischen Gesellschaftsformen neben der Europäischen Aktiengesellschaft (SE), der Europäischen Genossenschaft (SCE) und der Europäischen Wirtschaftlichen Interessenvereinigung (EWIV) bald um eine interessante Variante reicher sein würde – die Europäische Privatgesellschaft (SPE).

Als europäisches Pendant zur deutschen GmbH wäre sie für grenzüberschreitend tätige Unternehmen eine interessante Alternative, zumal der Gründungsaufwand nach den bisherigen Plänen sehr überschaubar sein würde. Ein hohes Maß an Vertragsfreiheit böte vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten.

Schwierige Kompromissfindung

Doch die Verhandlungen über die Details der SPE innerhalb der EU verlaufen nach wie vor schleppend: So konnten sich 2011 die von der ungarischen Ratspräsidentschaft vorgelegten Kompromissvorschläge nicht durchsetzen. Angesichts der Widerstände in den Mitgliedsstaaten hat die Europäische Kommission das Thema SPE grundsätzlich zur öffentlichen Diskussion gestellt – im Rahmen der Konsultation zur Zukunft des Europäischen Gesellschaftsrechts im Frühjahr 2012.

Mehr als 85 Prozent der insgesamt 496 Teilnehmer äußerten sich inhaltlich zu diesem Abschnitt des Fragebogens und damit sogar 5 Prozent mehr als bei der Frage zur grenzüberschreitenden Sitzverlegung! Grundsätzlich besteht also erhebliches Interesse an der Zukunft der SPE.

Lieber ein „Europa-Zertifikat“ für nationale Rechtsformen?

Im Ergebnis war die Mehrheit der Befragten für eine Zertifizierung nationaler Rechtsformen, wenn diese bestimmten auf europäischer Ebene festzulegenden Kriterien entsprechen ...

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