Schadenssteuerung durch Versicherer bei Verkehrsunfällen

Das Interesse eines Haftpflichtversicherers, die Kosten der Regulierung eines Verkehrsunfalles niedrig zu halten, ist verständlich. Bedenklich wird es, wenn dem über seine Rechte nicht hinreichend informierten Geschädigten durch die Schadensteuerung des Versicherers Rechte abgeschnitten werden.

So liegt mir das Schreiben eines Versicherers vor, das an eine Person gerichtet ist, der dieser Versicherer aus einem Verkehrsunfall heraus Schadensersatz schuldet:

1. Gutachten erst ab 2.000,- €?

Der Versicherer teilt zunächst mit, daß die Einholung eines Sachverständigengutachtens bei einem Schaden unter 2.000,- € “nicht erforderlich” ist.

Bei dem Geschädigten könnte hierbei der Eindruck entstehen, daß ihm die Kosten eines Sachverständigen bei einem niedrigeren Schaden nicht erstattet werden. Tatsächlich liegt die “Bagatellgrenze” in der Rechtsprechung deutlich niedriger. Nur wenn der Geschädigte erkennen kann, daß der Schaden den Betrag von 700,- € nicht übersteigt, soll er gehalten sein, von der Einholung eines Sachverständigengutachtens zunächst abzusehen.

2. Wer wählt den Sachverständigen aus?

Weiter teilt der Versicherer mit, daß der Geschädigte unter einer von dem Versicherer genannten Rufnummer einen Sachverständigen beauftragen möge, wenn die Reparaturkosten 2.000,- € voraussichtlich übersteigen.

Es steht zu vermuten, daß es sich um einen Sachverständigen handelt, welcher zu dem Versicherer in einem Näheverhältnis steht. Nicht auszuschließen ist, daß das Gutachten dann für den Versicherer “günstiger” ausfällt als bei Beauftragung eines anderen, von dem Geschädigten selbst ausgewählten Sachverständigen ...

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