Prof. Hanns Hügel zur Reform des GmbH-Rechts: „Ein beispielloser Schildbürgerstreich“

Prof. Hanns Huegel

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Reduktion des GmbH-Mindeststammkapitals: ein beispielloser Schildbürgerstreich Der Gesetzesentwurf zur Reform des GmbH-Rechts, mit dem das Mindeststammkapital von EUR 35.000,00 auf EUR 10.000,00 und die Mindesteinzahlung auf das Stammkapital von EUR 17.500,00 auf EUR 5.000,00 reduziert werden, ist nach Ansicht von RA Univ. Prof. Dr. Hanns F. Hügel, Universität Wien, bpv Hügel Rechtsanwälte, ein beispielloser Schildbürger-streich:

Zur Förderung von Neugründungen nicht geeignet Diese Maßnahmen werden Neugründungen von Unternehmen nicht fördern. Unternehmens-gründer, die EUR 17.500 Startkapital nicht aufbringen können, haben bisher Einzelunterneh-men gegründet. Künftig werden sie GmbHs mit niedrigem Kapital gründen können. Vermehrt werden nicht die Unternehmens-Neugründungen, sondern die GmbH-Gründungen. Die Wirtschaft wird dies nicht stärken. Ganz im Gegenteil wird sich die Haftungsbeschränkung bei kapitalschwachen GmbHs zum Nachteil von Lieferanten, Fiskus und Sozialversicherung auswirken. Banken setzen demgegenüber regelmäßig eine persönliche Haftung des Gesellschafters für die Finanzierung durch.

Jungunternehmer kämpfen mit anderen Problemen Die wahren Probleme der Jungunternehmer liegen schwergewichtig im Gewerberecht und anderen bürokratischen Hemmnissen, die im Ausland nicht in vergleichbarer Weise existieren. Absurd ist auch die steuerliche Schlechterstellung von Kleingewerbetreibenden und Selbst-ständigen im Zusammenhang mit der hier fehlenden 1/6-Begünstigung (Urlaubsgeld, Weih-nachtsgeld).

Neuregelung fördert Sozialversicherungsbetrug Die Neuregelung wird insbesondere die Gründung von Betrugs-GmbHs begünstigen, die Arbeitnehmer zur Sozialversicherung anmelden, aber keine Sozialversicherungsbeiträge leisten ...

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