Tellerrand: Auftragsvergabe Bundesjustizministerium – 2 Mio Euro zur sprachlichen Prüfung neuer Gesetze

Es gibt öffentliche Aufträge, über die darf man sich wundern: So freut sich aktuell die Lex Lingua Gesellschaft für Rechts- und Fachsprache mbH aus Berlin über den Zuschlag auf eine Ausschreibung des Bundesministeriums der Justiz (TED 2013/S 044-069806) im Wert von 2.079717,50 EUR ohne MwSt. Gegenstand des Auftrags: “Die Prüfung von Gesetzentwürfen und von Entwürfen von Rechtsverordnungen der Bundesministerien auf sprachliche Richtigkeit und Verständlichkeit. Der Auftragnehmer erbringt prüfende, beratende und formulierende Leistungen [...] erteilt Auskünfte zu einzelnen sprachlichen Problemen (z. B. Rechtschreibung, Grammatik, Wortwahl)”. Wer hätte gedacht, dass man dies einkaufen muss.

Ausweislich der Homepage des Auftragnehmers:

“Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Lex Lingua sind sprachwissenschaftlich ausgebildete Fachkräfte, die für die Bearbeitung von Rechtstexten geschult sind. Das Team des Redaktionsstabs Rechtssprache weiß, worauf es bei Rechtstexten ankommt, und kennt die Balanceschwierigkeiten zwischen Fachsprache und Allgemeinverständlichkeit. Neben der sprachlichen Bearbeitung von Gesetzen verfügen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aber auch über Erfahrung mit Texten aus der Verwaltung.”

Es fällt schwer, hierin irgendetwas zu finden, das im Bundesministerium für Justiz nicht vorhanden sein soll ...

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