Lohnnebenkosten und Sozialabgaben als fiktiver Posten beim Schadensersatz

Nach einem Verkehrsunfall kann ein Geschädigter den Geldbetrag verlangen, der zur Herstellung des früheren Zustandes des Pkws erforderlich ist. Er ist damit grundsätzlich berechtigt, seinen unmittelbaren Sachschaden fiktiv abzurechnen, zu denen auch die Kosten zählen, die bei einer sach- und fachgerechte Reparatur der beschädigten Sache üblicherweise anfallen würden, wie die Lohnnebenkosten und Sozialabgaben.

So die Entscheidung des Amtsgerichts München in dem hier vorliegenden Streit über die zu zahlenden Kosten nach einem Verkehrsunfall. Ende April 2011 kam es in München zu einem Verkehrsunfall. Der geschädigte Autofahrer ließ seinen Mercedes begutachten. Der Sachverständige bezifferte die Kosten für eine sach- und fachgerechte Reparatur auf netto 16.512 Euro einschließlich eines Betrages für Lohnkosten von 7.688 Euro. Diese Kosten machte der Autobesitzer von seinem Unfallgegner geltend. Dieser zahlte allerdings nur 15.743 Euro. Mehr schulde er nicht. Schließlich sei das Auto nicht tatsächlich repariert worden, die Lohnnebenkosten und Sozialabgaben daher nicht angefallen. Ein Abschlag von 10 Prozent sei daher auf jeden Fall gerechtfertigt. Der Geschädigte hat daraufhin Klage erhoben.

Nach Auffassung des Amtsgerichts München habe der Kläger einen Anspruch auf die Erstattung weiterer Reparaturkosten in Höhe von 769 Euro. Die von dem Kfz-Sachverständigen ermittelten voraussichtlichen Reparaturkosten von netto 16.512,00 EUR seien vollumfänglich erstattungsfähig. Der Beklagte sei nicht berechtigt, auf die enthaltenen geschätzten Lohnkosten von netto 7.688 Euro einen Abschlag von 10 Prozent vorzunehmen.

Ein Geschädigter könne den Geldbetrag verlangen, der zur Herstellung des früheren Zustandes des Pkws erforderlich sei ...

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