Anforderungen an das Transparenzgebot bei den Verdingungsunterlagen

Der Auftraggeber verstößt gegen das Transparenzgebot, wenn er in den Vergabeunterlagen nicht alle von ihm zur Ermittlung des niedrigsten Preises verwendeten Rechenschritte nachvollziehbar angegeben hat.

Der Auftraggeber muss spätestens mit der Übersendung oder Bekanntgabe der Verdingungsunterlagen den Bietern alle Zuschlagskriterien mitteilen, deren Verwendung er vorsieht, sofern er diese im Voraus festgelegt hat. Zu den bekannt zu gebenden Kriterien zählen ebenso die im Voraus aufgestellten Unter- (oder Hilfs-) Kriterien, Gewichtungskriterien und eine Bewertungsmatrix, die der Auftraggeber bei der Angebotswertung verwenden will.

Ebenso ist für den Fall einer reinen Preiswertung anhand des niedrigsten Preises, der allein als Zuschlagskriterium dienen soll, zur Wahrung der Vergleichbarkeit der einzelnen Angebote bereits in den Vergabeunterlagen detailliert anzugeben, nach welchen Kriterien bzw. Rechenschritten der niedrigste Preis durch den Auftraggeber ermittelt wird, wenn – wie hier – durch die Bieter im Rahmen der Angebotsabgabe eine Vielzahl von Einzelpreisen abhängig von dem jeweiligen Mengenanfall anzugeben ist, aus denen durch den Auftraggeber sodann rechnerisch ein Durchschnittspreis ermittelt wird.

Weiterhin ist bekanntzugeben, aufgrund welcher Berechnungen des Auftraggebers aus diesem Durchschnittspreis im Rahmen der Prüfung und Wertung der Angebote unter Berücksichtigung welcher Zu- und Abschläge der Gesamtpreis gebildet wird, der für die Bewertung des niedrigsten Preises und den Vergleich der einzelnen Angebote letztlich herangezogen wird. Dabei genügt es entgegen der Ansicht des Auftraggebers nicht, auf die Erfahrungen der beteiligten Bieter abzustellen, die sich möglicherweise bereits an früheren Ausschreibungen beteiligt haben. Der für die Ermittlung des niedrigsten Preises vorgesehene Rechenweg ist vielmehr allgemein verständlich und ggf ...

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