Schulden erben?

Ingolf Schulz ist Notar mit Sitz in Ahrensburg sowie Fachanwalt für Erb- und Familienrecht

Als Erbe kann man sich nicht nur die Rosinen aus dem Nachlass herauspicken. Der Erbe tritt automatisch mit dem Sterbefall in die Rechtsposition des Verstorbenen ein. Er erbt damit nicht nur Gegenstände und Guthaben, sondern auch Schulden. Wer das nicht wünscht, kann die Erbschaft ausschlagen und damit nachträglich die ihm zugefallene Erbschaft ablehnen. Ist es klar, dass nur Verbindlichkeiten zu erben sind oder die sonstigen Werte im Nachlass übersteigen, muss man nicht lange überlegen. Man wird sich schnell an das Nachlassgericht oder einen Notar wenden, um die Ausschlagungserklärung zu unterzeichnen und die Unterschrift beglaubigen zu lassen. Zuständig sind das Nachlassgericht für den letzten Wohnsitz des Verstorbenen und auch das Nachlassgericht am Wohnsitz des ausschlagenden Erben. Oft kennt der Erbe die Vermögensverhältnisse des Verstorbenen nicht genau. Er muss sich erst bei Grundbuchämtern, Banken und Familienangehörigen erkundigen. Ausschlagungsfristen

Da er sich als Erbe nicht ausweisen kann, ist es schwierig, die gewünschten Auskünfte zu erlangen. Er gerät leicht unter Zeitdruck, denn für die Ausschlagungsfrist gilt eine Frist von sechs Wochen. Sie beginnt bei gesetzlicher Erbfolge, also wenn weder Testament noch Erbvertrag vorhanden sind, sobald der Erbe davon erfährt, dass er geerbt hat. Beruht die Erbschaft auf einer Erbregelung des Verstorbenen, hat der Erbe mehr Zeit. Die Frist beginnt dann erst an dem Tag, an dem das Nachlassgericht dem Erben das Testament oder den Erbvertrag zusammen mit dem Eröffnungsprotokoll in Abschrift zugeschickt hat.

Anfechtung der Ausschlagung

Entschließt der Erbe sich zur Ausschlagung und entdeckt später noch einen weiteren Nachlassgegenstand, z. B ...

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