Juryurteile – Demokratisch oder Populistisch?

Die Lektüre diverser John Grisham Romane und zuletzt die des Klassikers „Wer die Nachtigall stört“ („To Kill A Mockingbird“) von Harper Lee, sowie der Fremdsprachenkurs zum Thema „American criminal justice system with particular focus on trials and sentencing“ bei Frau Dr. Hashymoto, Professorin an der University of Georgia, waren Steine des Anstoßes für diesen Artikel. Je mehr der Autor über das System der Schwurgerichte in den einzelnen Bundesstaaten USA erfahren hat, desto stärker wuchs der Eindruck, dass diese Prozessform nicht wirklich zu gerechten Ergebnissen kommen kann. Das soll daher in diesem Artikel geprüft werden. Die Fragwürdigkeit von sogenannten “guilty pleads” soll demnächst behandelt werden.

Zur Erklärung nun eine kurze Einführung in den Ablauf solcher Prozesse. Es beginnt damit, dass der Staatsanwalt Anklage erhebt. Abhängig von der möglichen Höhe der Strafe wird nun ein Verfahren lediglich unter Vorsitz eines Richter, der alleine entscheidet (bei Vergehen, die mit maximal 6 Monaten Gefängnis bestraft werden), oder eines vor einem Schwurgericht eingeleitet. Letzteres besteht fürgewöhnlich aus einer Jury von 12, mindestens jedoch 6 Personen, von denen für eine Verurteilung mindestens 10, beziehungsweise 5 auf schuldig plädieren müssen.

Die Juroren sind Menschen, die sich im Wählerverzeichnis ihres Wohnortes eingetragen haben; so besteht die Jury immer aus Ortsansässigen. Je nach Bundesstaat stehen dem Verteidiger und dem Staatsanwalt eine gewisse Anzahl von sogenannten „peremptory strikes“ zu. Diese erlauben es ihnen bestimmt Juroren auszuschließen, um sich dadurch eine möglichst ihrer Seite gewogenen Jury zusammenzustellen.

Ist dies alles geschehen beginnt der eigentliche Prozess mit der Beweisaufnahme. Zunächst werden alle Zeugen der einen Seite, dann die der anderen gehört ...

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