Grundpreisangabe bei kostenloser Zugabe („2 Flaschen GRATIS“)

Nachdem sich das OLG Köln bereits im „Kölner Pizzastreit“ mit der Reichweite der Grundpreisangabenpflicht beschäftigen durfte (wir berichteten hier und hier), sah sich die Kammer ein gutes Jahr später mit einer weiteren Grundpreisproblematik konfrontiert, die für die Werbeindustrie von allgemeinem Interesse sein dürfte (OLG Köln, Urteil vom 29. Juni 2012 – 6 U 174/11).

Worum ging es diesmal?

Klägerin war eine Verbraucherzentrale, Beklagte war eine bekannte Lebensmittelhandelskette. Die Beklagte bewarb in zwei Zeitungsbeilagen Erfrischungsgetränke, und zwar jeweils Kästen mit 12 1-Liter-Flaschen verschiedener, vom Kunden auf Wunsch zusammenzustellender Marken (Cola, Limonade, etc.). In der Werbung befand sich der Zusatz:

„Beim Kauf eines Kastens erhalten Sie zusätzlich 2 Flaschen GRATIS“,

bzw.

„2 Flaschen GRATIS beim Kauf eines Kastens“ .

Der Preis wurde mit „7,99“ angegeben (Endpreis). Zudem war neben der Endpreisangabe der Slogan „Ihr Preisvorteil: 35 %!“ abgedruckt. In beiden Anzeigen wurde der Literpreis mit „0,57“ angegeben (Grundpreis). Der Literpreis von 0,57 Euro war von der Beklagten auf Basis von 14 Flaschen (12 Flaschen in der Kiste plus 2 Flaschen Zugabe, also 7,99 Euro : 14 = 0,57 Euro) berechnet worden.

Die Verbraucherzentrale rügte dies und meinte, die Berechnung hätte nur anhand der 12 Flaschen im Kasten erfolgen dürfen, ohne Einbeziehung der beiden Gratis-Flaschen. Folge hieraus wäre ein etwas höherer Grundpreis (0,67 Euro) gewesen (7,99 Euro : 12 = 0,67 Euro) ...

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