Rambazamba im Pflegeheim

Die Zahl der demenzkranken Menschen nimmt zu. Das liegt an der Altersstruktur und ihrer auch künftigen Entwicklung. Mit dem Krankheitsverlauf und ihrem Grad an Betreuungs- und Pflegebedürftigkeit nimmt auch die Zahl der Patienten in Pflegeheimen zu. Dort – möchten man denken und erwarten – seien sie in der Obhut und Betreuung und an einem Ort, an dem sie den Bedürfnissen und Erfordernissen ihrer Erkrankung entsprechend leben können. Teil des Krankheitsbildes der Demenz , eines seiner Symptome ist aber auch, dass sie phasenweise aggressiv sein und werden (können). Dafür können sie nichts.

Was dann, wenn das dazu führt, dass es so richtig zu Rambazamba kommt, bei dem andere – Personal oder Mitbewohner beispielsweise – “Opfer” dieser Aggression werden? Ist das ein Grund, ein Anlass, eine andere (zwangsweise?) Unterbringung solcher Patienten zu veranlassen oder anzuordnen, gerichtlich anzuordnen?

Oder gehört es nicht gerade auch in erster Linie in Aufgabe, Kompetenz und Verantwortung eines Pflegeheims, durch geeignete organisatorische, personelle und andere Massnahmen auch diesen krankheitsbedingten Symptomen Rechnung zu tragen und gerecht zu werden? Das ist eine der Fragen, die sich stellt, wenn man von dem Fall eines Patienten und Pflegeheim-Bewohner in Garmisch-Partenkirchen liest. Am 2. Januar vergangenen Jahres, gegen Mittag, ging der 80-Jährige offenbar zu einer bettlägerigen Mitbewohnerin, packte die Fernbedienung des elektrischen Bettes und schlug ihr damit mehrfach ins Gesicht. So berichtet hier. Vier Tage musste sie dem Bericht zufolge im Krankenhaus behandelt werden. Die Tochter der verletzten Frau erstattete Anzeige, nun wurde vor dem Landgericht München II verhandelt. Die Staatsanwaltschaft hatte ein so genanntes Sicherungsverfahren eingeleitet. Dabei geht es darum, ob der – zweifelsfrei – schuldunfähige Mann so gefährlich ist, dass er in einer geschlossenen Psychiatrie untergebracht werden muss ...

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