Ad-hoc-Publizität via Facebook, Twitter und Co.

Märkte werden in ihrer Funktionsfähigkeit gefährdet, wenn einige Marktteilnehmer über einen bevorzugten Zugang zu wichtigen Informationen verfügen. Daher müssen börsennotierte Unternehmen kursrelevante Mitteilungen möglichst gleichmäßig und weit verbreiten, um einen Informationsvorsprung einzelner Anleger zu verhindern. Die US-Börsenaufsicht SEC akzeptiert neuerdings auch soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter als Verbreitungsweg für wichtige Unternehmensinformationen.

Der jetzt von der SEC veröffentlichte Hinweis wurde dadurch veranlasst, dass der CEO des Videoanbieters Netflix auf seinem persönlichen Facebook-Profil einen neuen Höchststand bei dem von Netflix erreichten Nutzervolumen verkündet hatte. Es erfolgte weder eine Bekanntgabe über die Homepage von Netflix noch eine offizielle Presse- oder Börsenmitteilung. Die SEC kritisierte hieran, dass Netflix wichtige Unternehmensnachrichten vorher nie über Facebook verbreitet und die Anleger auch nicht darauf hingewiesen hatte, dass das Facebook-Profil des CEO hierzu genutzt werden sollte.

SEC: Soziale Medien so geeignet wie eine Website

Dennoch kam die SEC zu dem Schluss, „soziale Medien und andere aufkommende Kommunikationsmittel“ seien zur Informationsverbreitung grundsätzlich ebenso geeignet wie eine Unternehmens-Website. Dies setze aber voraus, dass die Informationen weit und nicht exklusiv verbreitet und die Anleger vorab darauf hingewiesen werden, wo die Informationen zu finden sind. Die Bekanntgabe über das persönliche Social Media-Profil eines Managers ohne Vorankündigung erfülle diese Anforderungen nicht. Die SEC hat dennoch von weiteren Maßnahmen gegen Netflix oder dessen CEO abgesehen ...

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