Strafmaßkatalog für Beleidigungen

Immer wieder gibt es in Zeitungen oder im Internet mühsam recherchierte Auflistungen von verschiedenen Beleidigungen und den angeblich dazu gehörenden Strafen. Man kann dann zum Beispiel lesen:

Es ist also keine gute Idee, bei einer Geschwindigkeitskontrolle die Polizei als „Wegelagerer" zu bezeichnen (450 Euro) oder die Beamten zu duzen (600 Euro). Auch die scheinbare Umschreibung „Am liebsten würde ich jetzt Arschloch zu dir sagen" hilft nicht: 1600 Euro werden hier fällig. Noch teurer wird die Beleidigung weiblicher Polizisten und Politessen. Der Ausdruck „Schlampe" kann 1900 Euro kosten und das „fiese Miststück" führt mit 2500 Euro den Bußgeldkatalog für verbale Beleidigungen an.

Das ist natürlich alles Quatsch. Es gibt keinen "Bußgeldkatalog für verbale Beleidigungen".

§ 185 StGB sagt: Die Beleidigung wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Beleidigung mittels einer Tätlichkeit begangen wird, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

In der Regel kommt es bei Beleidigungen "nur" zu Geldstrafen. Die Höhe einer Geldstrafe errechnet sich aus einer Anzahl von Tagessätzen, wobei sich die Höhe eines Tagessatzes nach dem Einkommen des Betroffenen (Beschuldigten/Angeschuldigten/Angeklagten) richtet.

Als Faustregel kann man davon ausgehen, dass ein Tagessatz etwas 1/30 des monatlichen Nettoeinkommens ausmacht, also grob über den Daumen beispielhaft bei Hartz IV 10,00 €, bei 1.500,00 € netto 50,00 € und bei 4.500,00 € netto 150,00 € ...

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