Erst denken, dann twittern

Soziale Netzwerke zeichnen sich vor allem dadurch aus, Informationen an eine möglichst große Vielzahl von Personen weiterzugeben. Dabei werden oft auch negative Äußerungen über Personen und Erfahrungen aus der Arbeit in sozialen Netzwerken geteilt. Dass durch solche Aussagen das Arbeitsverhältnis gefährdet werden kann, ist vielen Nutzern nicht bewusst. Auch Gerichte hatten sich schon mit einigen Fällen zu befassen, in denen einem Arbeitnehmer aufgrund negativer Aussagen in einem sozialen Netzwerk gekündigt wurde. Das ArbG Hagen (Urt. v. 16.05.2012 – 3 Ca 2597/11) differenzierte vor allem dahingehend, dass der Äußernde zwar darauf vertrauen kann, dass eine Äußerung, die in vertraulichen Gesprächen unter Arbeitskollegen gefallen ist, nicht weiterverbreitet wird. Äußert er sich dagegen in einem sozialen Netzwerk, so hebt gerade der Äußernde selbst die Vertraulichkeit auf. Ob eine außerordentliche Kündigung wirksam ist, hängt vom Einzelfall ab, jedenfalls ist die ordentliche Kündigung nach Ansicht des Gerichts wirksam und auch sozial gerechtfertigt. Die fristlose Kündigung eines Auszubildenden, der beleidigende Äußerungen in dem sozialen Netzwerk Facebook gepostet hat, wurde nach dem Urteil des LAG Hamm (v. 10.10.2012 – 3 Sa 644/12) für wirksam erklärt. Das Gericht begründete seine Entscheidung vor allem damit, dass die Äußerungen des Auszubildenden, der seinen Arbeitgeber unter anderem als „menschenschinder & ausbeuter“ bezeichnete, als Beleidigungen anzusehen sind, die für eine Vielzahl von Personen im Netz zugänglich waren ...

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