Übernahme von fremden Texten – weniger in den Medien präsent und dennoch verboten

Uns liegt derzeit ein Beschluss des Landgerichts Frankfurt am Main (Az. 2-03 O 96/13) vor. In diesem Beschluss wird dem Antragsgegner per einstweiliger Verfügung untersagt, bestimmte, vom Antragsteller verfasste Texte öffentlich zugänglich zu machen. Der Streitwert wurde mit 20.000,00 € festgesetzt.

Während in den Medien oft von Urheberrechtsverletzungen berichtet wird, bei denen die Verletzung durch die nicht erlaubte öffentliche Zugänglichmachung von Bildern oder durch den illegalen Download von Liedern oder Filmen geschieht, so ist es relativ still im Bereich des Textklaus.

Was war geschehen?

Der Antragsteller bietet auf seiner Internetseite umfassende Informationen und Ratschläge zum Thema Webseitenoptimierung an. Er hat zu seinen Ratschlägen eine Einleitung verfasst und hält auf rund 10 Unterseiten tiefergehende Hinweise zu verschiedenen Unterthemen bereit. Die Ratschläge sind systematisch sinnvoll geordnet, leicht verständlich und dennoch mit Fachbegriffen angereichert. Zudem zeigt sich ein individueller Charakter der Texte dadurch, dass der Leser direkt durch den Antragssteller angesprochen wird und hier und da mit Worten gespielt wird. Fachbegriffe werden oft mit einer einleitenden Frage aufgeworfen und dann erklärt. Dabei greift der Antragsteller potentielle Gedanken, die sich ein Besucher seiner Webseite macht, auf.

Der Antragsgegner übernahm auf seiner Seite nahezu alle Oberbegriffe aus der Einleitung des Antragstellers, wie auch die tiefergehenden Ratschläge auf den Unterseiten. Er kopierte dazu um die 35.000 Zeichen pro Unterseite. Dabei übernahm er die Texte eins zu eins und passte lediglich die Überschriften unter Einfügung einzelner Worte an. Innerhalb der Texte verwies er auf seine Kontaktdaten, um sich als Dienstleister anzubieten. Dieses Vorgehen hat er jetzt zu unterlassen. Falls er sich an dieses Verbot nicht hält, wird ein Ordnungsgeld bis zu 250.000 € fällig ...

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