Kurswert für eine Niere: 10.000 Euro

Soviel erhält ein Patient für die Niere, die er bei einer Routine-Operation in der berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Murnau und bei einer Harnleitersteinentfernung erlitten hatte diesem Bericht zufolge. Im Wege des Vergleichs in der Berufungsinstanz.

Der eigentlich als alltäglich geltende Eingriff wurde danach zum Notfall, bei dem der 48-jährige Patient aus Bad Kohlgrub in Lebensgefahr geriet. Um sein Leben zu retten, entfernten ihm die Ärzte die rechte Niere. Im Prozess hatte der Patient 40.000 Euro Schmerzensgeld gefordert, das Landgericht hatte noch in erster Instanz die Klage abgewiesen. Vor dem Oberlandesgericht hingegen endete die Sache mit einem Schmerzensgeld in Höhe von 10.000 Euro. Eine Reihe von Fehlern ist dabei Gegenstand und Thema des Verfahrens gewesen:

So schob der operierende Arzt mit einem Draht eine Schiene in den Harnleiter und stach dabei ein etwa ein Millimeter großes Loch hinein. „Das ist ein Miniloch, das sich sofort wieder verschließt“, sagte der Facharzt für Urologie dem Bericht zufolge, der inzwischen nicht mehr in der Unfallklinik arbeitet, vor Gericht. Und: „Das ist eine Komplikation, die häufig vorkommt.“ Anschließend benützte er dem Bericht nach einen besseren und weicheren Draht, bis die Schiene lag. Dass in der Wahl eines zunächst anderen Drahtes ein Behandlungsfehler gelegen habe, bestritt er mit dem Einwand, den risikoärmeren Draht zunächst genommen zu haben. Diese Meinung wurde von einem Sachverständigen geteilt: Man könne seiner Meinung nach erst den normalen Draht nehmen. Sollte es mit dem nicht klappen, könne man immer noch einen besseren Draht nehmen. Offenkundig auch aus Kostengründen, denn der bessere, ein sogenannter hydrophiler Draht, koste 23 Euro, der andere fast gar nichts. Es sei von Klinik zu Klinik verschieden, mit welchem Draht man beginne. Außerdem habe sich die Perforation „auf das weitere Geschehen nicht wesentlich ausgewirkt“ ...Zum vollständigen Artikel

  • Niere entfernt: Mann bekommt 10.000 Euro

    merkur-online.de - 11 Leser - Murnau - Was als Routineeingriff geplant war, endete für einen Mann aus Bad Kohlgrub in einer Not-OP. Dabei verliert der 48-Jährige eine Niere - und bekommt jetzt 10.000 Euro Schmerzensgeld. 

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