Anwalt verjubelt Honorarvorschuss und kann 10.000 Euro nicht zurückzahlen. Veruntreuung von Fremdgeld?

Nein, meinte Anwaltsgerichtshof (AGH) Nordrhein-Westfalen am 07.09.2012, denn ein Honorarvorschuss ist kein Fremdgeld im Sinne des § 43a Abs. 5 BRAO. Der Mandant hat nur eine “normale” Rückerstattungsforderung und muss diese notfalls zivilrechtlich einklagen. Strafbare und berufsrechtswidrige Untreue hat der spendierfreudige Anwalt dagegen nicht begangen. Was war passiert?

Ein Rechtsanwalt hatte mit seiner Mandantin eine Vergütung von 250 € je angefangener (!) Stunde und einen pauschalen Vorschusses von 7.000 € pro Monat vereinbart. Wohl dem, der solche Mandanten hat. Die Vorauszahlungen wurden pro Quartal mit dem tatsächlich angefallenen Honorar verrechnet. Eine Unterdeckung sollte durch Nachzahlung ausgeglichen werden, ein Überschuss sollte durch den Anwalt erstattet werden. Die Abrechnung für das 3. und 4. Quartal 2010 ergab, dass der Anwalt einen Überschuss von etwa 23.120 € an die Mandantin erstatten musste. Das konnte er aber nicht, sondern blieb nach langem hin und her auch Mitte 2011 noch 10.000 € schuldig ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK