Totschlag durch Unterlassen einer Mutter

Zur besonderen Belastungssituation einer Mutter bei der Tötung des eigenen Säuglings.

Das Landgericht Erfurt verurteilte die Angeklagte wegen Totschlags durch Unterlassen zu fünf Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe. Sie soll ihren gerade geborenen Sohn unversorgt im Bett liegen gelassen haben. Der Säugling soll daraufhin nach mehreren Stunden verstorben sein, vermutlich aufgrund von Unterkühlung.

Der Bundesgerichtshof (BGH) teilt die Bedenken der Strafverteidigung bezüglich der Verurteilung. Es führt im Revisionsverfahren aus:

“Das Landgericht hat angenommen, das pflichtwidrige Unterlassen der Angeklagten sei einem aktiven Handeln gleich zu stellen, weil ihr ein Abtrocknen des Säuglings und bessere Wärmeversorgung unschwer möglich gewesen wäre ...

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