Revolution der Haft

Heute ist Ostersonntag. Ein Tag der Besinnung. Und zum Bloggen. Also poste ich mal, was ich schon lange vor hatte: DIE DEUTSCHEN HAFTBEDINGUNGEN. Erst vor drei Tagen hat sich - wieder - mal ein Häftling in der Justizvollzugsanstalt Saarbrücken erhängt. Suizidiert. Mit 23 jungen Jahren sah er offenbar keinen Sinn in einem weiteren Leben. Sicherlich. Das ist kein Einzelfall. Leider. Die Dunkelziffer ist vermutlich viel höher als wir alle vermuten können. Nur wir erfahren es nicht. Oft berichten mir aber inhaftierte Mandanten, dass "wieder mal einer mit den Füßen nach vorne" die Zelle verlassen hat. Stellen Sie sich das mal vor: Ein Zelle ist zwischen sechs und acht qm groß. Ein Bett, direkt neben dem Bett das Klo. Klar. Es gibt Heizung, Strom, Vollverpflegung und alles was man "zum Überleben" braucht. Denkt man. Denn gibt es wirklich alles ? Nein. Mit Sicherheit nicht. In der U-Haft sind die Gefangenen meist 23 Stunden ununterbrochen in deren Zelle eingeschlossen. Allein mit deren Gedanken. Ohne Kontakt zur Außenwelt. Selbst wenn man viel schläft und viel Fernsehen schaut. Das ist keine KOMMUNIKATION. Aber braucht nicht jeder Mensch Kommunikation um menschenwürdig zu existieren ? Ich meine JA. Da reicht auch eine Freistunde und ein gelegentliches Telefonat nicht aus. Die Einsamkeit kann einen zerstören. Und gerade einen jungen Menschen. Eine nette Zusammenstellung hierzu liefert Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Zwischenmenschliche_Kommunikation Schon hier ermangelt es der tatsächlichen Haft massiv. Sozialarbeiter sind spärlich zu finden und werden mangels finanziellen Mitteln schlicht zu häufig eingespart. Andersherum erwartet "das deutsche Volk" eine gewisse Resozialisierung der Gefangenen. Zumindest der Strafgefangenen. Das ist eine Farce. Gebessert hat sich meiner Erfahrung nach nach langer Strafhaft noch niemand. Im Gegenteil. Die Personen, die Jahre lang mit anderen Gefangenen zusammensitzen planen keine strafreien Jahre ...Zum vollständigen Artikel

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