LAG Düsseldorf 26.3.2013: Klage auf Schmerzensgeld wegen Mobbing (893.000 EUR) auch vom LAG abgewiesen

1.Nicht jede berechtigte oder überzogene Kritik durch den Arbeitgeber stellt eine Persönlichkeitsverletzung dar, zumal die Klägerin selbst Kritik in heftiger Form übte. 2.Mobbing ist das systematische Anfeinden, Schikanieren oder Diskriminieren durch Kollegen oder Vorgesetzte. 3.Die Besonderheit liegt darin, dass nicht einzelne, sondern die Zusammenfassung mehrerer Einzelakte in einem Prozess zu einer Verletzung des Persönlichkeitsrechts oder der Gesundheit des Arbeitnehmers führt. 4.Hierfür ist allein der Arbeitnehmer darlegungs- und beweispflichtig.

Anmerkung: Mobbingvorwürfe sind vor den Arbeitsgerichten ebenso schwer nachzuweisen, wie sie einerseits von Arbeitnehmer nur zu schnell erhoben werden und andererseits von Arbeitgeber und Gerichten damit abgetan werden, ein systematisches Anfeinden, Schikanieren oder Diskriminieren durch Kollegen oder Vorgesetzte sei nicht erkennbar. Dort wo Mobbing nachweisbar ist, sprechen die Gerichte viel zu gringe Schmerzensgeldansprüche zu, als sie dem Leiden der Opfer und ihre Einschränkungen – häufig über Jahre – auch nur annähernd gerecht werden. Eine Anhebung der Beträge hätte mit Sicherheit präventiven Charakter und würde die Arbeitgeber – auch die des Mittelstandes – veranlassen, über die Einführung eines seriösen Konfliktmanagements nachzudenken, um frühzeitig – auch unterschwelligen Konflikte – entgegenzusteuern. Ein einziger Mitarbeiter kann die ganze Belegschaft stören und die Produktivität des Unternehmens entscheidend beeinflussen. Das sollten sich die Arbeitgeber immer wieder klar machen. Klare und eindeutige Verhaltesregeln im Unternehmen und eindeutige Reaktionen bei Regelverletzungen können helfen, Konflikte frühzeitig zu lösen. Das ist die Verantwortung der Arbeitgeber und der Personalvorgesetzen. Diese Verantwortung müssen sie – nicht konfliktscheu – wahrnehmen.

Im hiesigen Fall hatte der Arbeitgeber eine Mediation angeboten ...

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