Wenn die Kfz-Versicherung gegen den Willen des Versicherten den Schaden reguliert

Grundsätzlich ist der Kfz-Haftpflichtversicherer durch die Regulierungsvollmacht dazu bevollmächtigt, gegen den Versicherungsnehmer geltend gemachte Ansprüche in dessen Namen zu erfüllen oder abzuwehren. Dabei ist er nicht gehalten, eine Regulierung nur deshalb zu verweigern, weil sein Versicherungsnehmer eine Schadensersatzpflicht von vornherein ablehnt. Steht ein Schadensfreiheitsrabatt des Versicherten auf dem Spiel, hat sich der Versicherer ein hinreichend genaues, umfassendes Bild über die Umstände zu verschaffen. Der Versicherer verletzt dabei die sich aus dem Versicherungsvertrag ergebende Rücksichtnahmepflicht nur dann, wenn er eine völlig unsachgemäße Schadensregulierung durchführt.

Mit dieser Begründung hat das Amtsgericht München die Klage eines Versicherten abgewiesen, der nach einer Schadensregulierung durch seine Kfz-Versicherung, die er missbilligt hat, gegen die Höherstufung in der Schadensklasse geklagt hat und die Erstattung der erhöhten Beiträge begehrt hat. Zu dem Schaden kam es im Mai 2011 durch einen Auffahrunfall in München. Der Geschädigte wandte sich an die Versicherung desjenigen, der ihm aufgefahren war und bat um Regulierung des Schadens. Nach eingehender Prüfung des Vorgangs zahlte die Versicherung schließlich den Schaden und stufte den Versicherungsnehmer von Schadensklasse 35 auf Schadensklasse 50 hoch. Dieser musste daher 170 Euro mehr im Jahr bezahlen. Dagegen wandte sich der Versicherte. Er war der Meinung, die Versicherung hätte nicht bezahlen dürfen. Die Kratzer an der Stoßstange des anderen Wagens würden nicht von ihm stammen, sondern seien bereits vorhanden gewesen. Ein Schadenersatzanspruch hätte daher nicht bestanden. Der Versicherte klagte daher vor dem Amtsgericht München auf Rückstufung in die Schadenklasse 35 und auf Erstattung der erhöhten Beiträge ...

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