Das “Schottern” als öffentlicher Aufruf

Mit der Unterzeichnung einer öffentlich zugänglichen Unterschriftenliste, die ausdrücklich den bildlichen und schriftlichen Aufruf zum „Schottern” unterstützt, macht sich der Unterzeichner den Aufruf zur Störung öffentlicher Betriebe zu Eigen. Damit ist die Schwelle von einer Meinungsäußerung oder straflosen Befürwortung von Straftaten zur strafbaren Aufforderung überschritten.

So das Oberlandesgericht Celle in dem hier vorliegenden Fall eines Angeklagten, der sich auf einer frei zugänglichen Internetseite mit ihren Namen in eine dort veröffentlichte Liste eingetragen hatte, um die angekündigte „Schotter – Aktion” anlässlich eines Castortransportes zu unterstützen und bestätigte damit das Urteil des Amtsgerichts Lüneburg. Etwa 1.780 Unterzeichner, darunter auch der Angeklagte, standen im Jahr 2010 auf dieser Liste. Ziel der Aktion war es den damaligen Castor-Transport aufzuhalten. Durch Entfernung der Schottersteine aus dem Gleisbett der Schienenstrecke, sollte die Standfestigkeit des Gleisbettes derart beeinträchtigt werden, dass die Strecke unbefahrbar würde (sog. Schottern). Das Amtsgericht Lüneburg verurteilte den Angeklagten im Juni 2012 wegen öffentlicher Aufforderung zu Strafftaten zu einer Geldstrafe in Höhe eines halben Netto-Monatsgehalts. Dagegen hat der Angeklagte Revision eingelegt.

Nach Auffassung des Oberlandesgerichts Celle stelle die Entfernung der Schottersteine aus einem Gleisbett, bis dieses unterhöhlt und unbefahrbar ist, eine strafbare Handlung im Sinne einer Störung öffentlicher Betriebe nach § 316 Abs. 1 Nr. 1 StGB dar ...

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