Gesprächsfetzen

Ein trüber, schneereicher Tag im Norden Deutschlands.

In der Kantine eines deutschen Arbeits-/Landesarbeitsgerichts wird viel gesprochen. Parteien, Anwälte und Richter ruhen sich von anstrengenden Verhandlungen aus. Anwälte erklären bleichen Mandanten, dass das soeben Erlebte nicht so schlimm sei und man weiter kämpfen solle. Andere bereiten aufgeregt ihre nächste Verhandlung vor. Man kann mittendrin sitzen und braucht die Ohren nicht besonders zu spitzen.

Fall 1 (Anwalt und Mandant, beide gewichtig und Bartträger, sitzen am Tisch bei den Kunstblumen und haben Akten vor sich aufgebaut)

Anwalt:

Aber wie haben Sie die Bezahlung geregelt mit ihm? Ich meine, der macht ja Mindestlohn geltend. Da müssen wir auf 9 EUR kommen…die Stunde übrigens…

Mandant:

Na, die sollten ihr Geld ja bekommen. Ich habe denen erklärt: Wenn Ihr zwei Stunden hintendran hängt, bekommt Ihr das auch.

Anwalt:

?

Mandant:

Na, ein bisschen mehr arbeiten. Nicht aufgeschrieben natürlich. Da gibt es dann 2, 3 EUR unter der Hand, aber offiziell kommen wir dann nur auf 8 Stunden und , ich sach‘ mal so, im Schnitt kommen wir mit dem Geld bei acht Stunden dann halt auf den Mindestlohn ...

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