Beamte, die bellen, beißen auch – Ermittlungen des BKartA gegen den Sanitärgroßhandel waren angekündigt

Die Sanitärbranche steht seit längerem im Fokus des Bundeskartellamts und der Europäischen Kommission. 2010 verhängte die Europäische Kommission Millionen-Geldbußen gegen 17 Hersteller von Sanitärkeramik wegen unzulässiger Preisabsprachen. Schon 2006 waren Bußgelder in dreistelliger Millionenhöhe gegen Hersteller von Kupferfittings verhängt worden. Am 6. März 2013 haben auch Sanitär-Großhändler in Deutschland und ihr Verband, der Deutsche Großhandelsverband Haustechnik e.V. (DGH), Besuch vom Bundeskartellamt erhalten. Ein Bericht in der Welt legt nahe, die Durchsuchten hätten das Bundeskartellamt regelrecht eingeladen. Was steckt dahinter?

Der Markt für Badewannen, Waschbecken und Toilettenschüsseln war viele Jahrzehnte fest in der Hand des Großhandels und der von ihm beziehenden Gas- und Wasser-Installateure. Facheinzelhändler für Sanitärprodukte gab und gibt es dagegen kaum. Wer sein Bad neu einrichtet, beauftragt in aller Regel einen Handwerker. Die Kosten für die Beschaffung von Badewanne, Waschbecken und Toilette sind dabei nur ein Rechnungsposten, neben dem Werklohn des Installateurs und sonstigen Materialkosten.

Die Transparenz für den Kunden ist dementsprechend gering. Der Kunde kann in der Regel nicht erkennen, ob der von ihm beauftragte Installateur die gewünschte Ausstattung bei einem anderen Großhändler zu einem niedrigeren Preis beziehen könnte. Auch wird er den Handwerker nicht danach auswählen, zu welchen Preisen er die gewünschte Badezimmerausstattung vom Großhandel bezieht. Der Preisdruck auf die Fachgroßhändler ist entsprechend gering.

Gegner des Onlinehandels

Vor diesem Hintergrund ist es nicht erstaunlich, dass dem Sanitär-Fachgroßhandel die wachsende Konkurrenz durch andere Vertriebswege, insbesondere das Internet, ein Dorn im Auge ist. Der Fachgroßhandel und die Hersteller haben in der Vergangenheit auch keinen Hehl aus ihrer Feindschaft zu den Internethändlern gemacht ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK