Die besonderen Wetterbedingungen für Eiswein

Eiswein muss aus Trauben gewonnen werden, die bei hartem Frost mit Temperaturen von weniger als -7° C geerntet werden. Die Trauben müssen zudem in gefrorenem Zustand gepresst werden. Die den Charakter des Eisweins prägende Konzentrierung der Beereninhaltsstoffe muss Folge der besonderen Wetterbedingungen, also des Frosts, und nicht Folge des Fäulnisbefalls und Einschrumpfens sein.

Mit dieser Begründung hat das Verwaltungsgericht Neustadt in dem hier vorliegenden Fall die Klage auf Erteilung der amtlichen Prüfnummer für zwei Weine in Verbindung mit dem Prädikat „Eiswein“ abgewiesen. Die Klägerin, eine Weinkellerei, hatte im Januar 2012 von verschiedenen Erzeugern Moste und Trauben aus dem Anbaugebiet Pfalz bezogen. Die zur Herstellung dieser Moste verwendeten Trauben sowie die weiteren Trauben waren am 17. und 18. Januar 2012 in den Gemarkungen Essingen, Knöringen und Walsheim, nördlich der Stadt Landau, geerntet worden. An diesen Tagen waren in der Pfalz die bis dahin kältesten Nächte des Winters registriert worden. Die Klägerin verschnitt die Mostpartien zunächst zu zwei Fassweinen, säuerte sie mit Weinsäure, versetzte sie nach der Gärung mit 2009er Süßreserve und füllte sie in Flaschen ab.

Im März 2012 beantragte sie bei der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz – Abteilung Weinbau – die Zuteilung der amtlichen Prüfnummer für die Weine 2011 Pfalz Silvaner (4.491 l) und 2011 Pfalz Pinot noir (4.782 l), jeweils in Verbindung mit dem Prädikat „Eiswein“. Diese Anträge lehnte die Kammer mit Bescheiden vom 26. Juli 2012 ab. Bei den Weinen handele es sich um keinen Eiswein, da zum Zeitpunkt der Ernte die zum Gefrieren der Trauben erforderlichen Temperaturen zumindest nicht über einen ausreichend langen Zeitraum erreicht worden seien. Zwar seien in der Pfalz an diesen Tagen stellenweise Temperaturen geringfügig unter –7° C erreicht worden, dies jedoch weder flächendeckend noch über einen Zeitraum von mehr als wenigen Stunden ...

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