Das Steuerabkommen mit Liechtenstein ab 2014 aus Sicht des Stiftungstreuhänders

Peter Melicharek

„Wir sollten uns dies auch vor Augen halten, dass wir niemals Knechte ausländischer Fiskalbehörden werden dürfen, dass kein wie immer geartetes Abkommen uns verpflichten kann, zu Steuereintreibern für ausländische Staaten zu werden. Es darf niemals sein, dass Kunden einer Bank, die mit Zusicherung der Diskretion und dem Bankgeheimnis angeworben bzw. erworben wurden wie Aussätzige gemieden und dem Metzger ausgeliefert werden“, so lautete eine Pressemitteilung von Dr Walter Matt, Vaduz, vom 6. März 2009. Matt kritisierte die Durchlöcherung des Schweizer Bankgeheimnisses und prognostizierte in einem flammenden Plädoyer, dass das strenge liechtensteinische Bankgeheimnis gewahrt bleiben würde. Wie es aussieht, irrte er sich gewaltig. Mit dem Steuerabkommen zwischen Österreich und Liechtenstein vom 29. Jänner 2013 (Volltext http://tinyurl.com/crng3mw, Kurzinformation http://tinyurl.com/bwpgzt4), vom österreichischen Nationalrat am Abend des 20. März 2013 mehrheitlich verabschiedet, wird „Steuerflüchtlingen der Weg verbaut“ (Parlamentskorrespondenz Nr. 236 vom 21. März 2013) – vorausgesetzt freilich, das Abkommen wird auch in Liechtenstein ratifiziert, gegen den immer massiver werdenden Widerstand der dortigen Branche.

Das Ende des Bankgeheimnisses

In der Schweiz fiel das Bankgeheimnis 2012, in Liechtenstein wird es 2014 restlos beseitigt sein. Wenn es nicht gerade eine offenkundige „fishing expedition“ ist und die Anfrage hinreichend konkret und personenbezogen, darf künftig jede Behörde prinzipiell auf alle Bankdaten zugreifen. Insgesamt schon 27 Abkommen hat Liechtenstein abgeschlossen, die Amtshilfe diesbezüglich gewährleisten. Für Steuertatbestände ab 1. Jänner 2014 wird sogar die so genannte Gruppenanfrage auch aus Österreich möglich sein ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK