Die Tabakscheune als Wohnhaus

Der massive Einbau eines Wohnhauses in einer freistehenden ehemaligen Tabakscheune dient nicht der zweckmäßigen Verwendung des Tabakschuppens und der Erhaltung seines Gestaltswerts. Liegt die ehemalige Tabakscheune in einem Landschaftsschutzgebiet, beeinträchtigt der Einbau eines Wohngebäudes die Belange des Naturschutzes und der Landschaftspflege.

Mit dieser Begründung hat das Verwaltungsgericht Neustadt in dem hier vorliegenden Fall die Klage eines Grundstückeigentümers abgewiesen. Das Grundstück liegt im Außenbereich einer Gemeinde im Landkreis Germersheim und ist mit einer aus den 30-er Jahren des letzten Jahrhunderts stammenden Tabakscheune aus Holz bebaut, die seit vielen Jahren nicht mehr genutzt wird. Die Scheune ist ca. 40 m lang, 8 m breit und knapp 14 m hoch; die Nutzfläche beträgt etwa 1.250 qm. Im August 2010 reichte der Kläger einen Bauantrag zum Einbau einer Wohnung in das Scheunengebäude ein. Nach den Bauplänen sollte in den bestehenden Tabakschuppen ein massives Gebäude mit eigenen Fundamenten, einer Länge mit ca. 15 m x 7 m Grundfläche und rund 7,7 m Höhe auf drei Ebenen errichtet werden. Die Außenwände der Scheune bilden die Fassade. Deckenbalken und Bodenbeplankung der Tabaksscheune sind als Gestaltungselemente ohne tragende Funktion in den Einbau zum Teil einbezogen. Der Gemeinderat der Südpfalzgemeinde versagte zwar die Zustimmung zu dem Bauvorhaben des Klägers. Dennoch erteilte die Kreisverwaltung Germersheim diesem im Juli 2011 die begehrte Baugenehmigung. Daraufhin legte die Südpfalzgemeinde gegen die Baugenehmigung Widerspruch ein, dem der Kreisrechtsausschuss des Landkreises Germersheim im August 2012 stattgab.

Hiergegen erhob der Kläger Klage und machte geltend, seiner Auffassung nach sei das Bauvorhaben im Außenbereich zulässig ...

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