Wenn der Beklagte für das Gericht ermittelt

Man stelle sich folgendes vor: Es gibt einen Verkehrsunfall. Die Beteiligten geben sich wie gewöhnlich gegenseitig die Schuld, der Hergang ist streitig und muss aufgeklärt werden. A verklagt den B auf Schadensersatz. Über die Behauptungen des A muss, weil B sie bestreitet, Beweis erhoben werden. Was tut nun das Gericht? Es beauftragt den beklagten B, außerhalb der Verhandlung die benannten Zeugen zu vernehmen und festzustellen, wer nun Schuld ist und ggf. weiter zu ermitteln, wie hoch der vermeintliche Schaden des klagenden A ist.

Gibts nicht? Von wegen!

Ich streite für meinen Mandanten um die Anerkennung einer Berufskrankheit. Die beklagte Berufsgenossenschaft bestreitet, dass die Erkrankungen berufsbedingt sind und damit ein Versicherungsfall vorliegt. Die erste Instanz hat sie verloren, der gerichtliche Sachverständige hat den Ursachenzusammenhang, wie auch die erforderliche Konstellation bejaht. Die Beklagte ist in Berufung gegangen. Auch hier hat der Sachverständige einen Ursachenzusammenhang und eine taugliche Konstellation bejaht, jedoch weitere Zeugenvernehmungen für erforderlich erachtet, auf deren Grundlage ggf. eine Neuberechnung der Arbeitsbelastung erfolgen muss, um zu schauen, ob sie die erforderlichen Spitzenwerte erreicht. Das Gericht hat also den Kläger aufgefordert, Zeugen zu benennen. Hiernach hat es die Beklagte Berufsgenossenschaft beauftragt, die Zeugen zu vernehmen und aufgrund deren Aussagen ggf ...

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