„Tu es Petrus“ – Zum Rechtsinstitut der Papstwahl

Letzten Mittwoch wurde Jorge Mario Bergoglio im Konklave zum Papst der römisch-katholischen Kirche gewählt. Mit dem Verfahren des Konklaves und seiner Geschichte befasst sich der Gastbeitrag von Florian März. „Extra omnes“ – alle hinaus! Mit dem feierlichen Einzug der wahlberechtigten 115 Kardinäle in die Sixtinische Kapelle begann am späten Nachmittag des 12. März 2013 das Konklave, um einen neuen Papst zu wählen. Diese Wahl fand unter strengstem Ausschluss der Öffentlichkeit und unter klar definierten rechtlichen Normen statt. Die Wahl des Bischofs von Rom stellt ein Rechtsinstitut dar, welches sich durch die Geschichte hindurch in stetigem Wandel befindet und so „die besonderen Erfordernisse des geschichtlichen und kirchengeschichtlichen Momentes“ widerspiegelt (M. Graulich in AfkKr 174 (2005), 88). Da der Papst „kraft seines Amtes in der Kirche über höchste, volle, unmittelbare und universale ordentliche Gewalt [verfügt], die er immer frei ausüben kann“ (c. 331 CIC), muss sichergestellt werden, dass „das vom Herrn einzig dem Petrus, dem ersten der Apostel, übertragene Amt fortdauert“ (ibid.). Nach dem Rücktritt Papst Benedikts XVI., den er am 11. Februar 2013 ankündigte und der seit 28. Februar 2013 20:00 Uhr mit Beginn der Sedisvakanz (Zeitspanne und Zustand, während ein bischöflicher Stuhl nicht besetzt ist) Rechtswirksamkeit erlangte, stehen nun die Kardinäle der heiligen römischen Kirche vor einer ihrer Hauptaufgaben und höchst rechtlichen Pflicht, einen Nachfolger des Hl. Petrus zu wählen. Im Codex Iuris Canonici (CIC) von 1983, dem Gesetzbuch die Lateinische Kirche betreffend, steht in c. 332 § 2 (der alte Codex von 1917 thematisiert den möglichen Verzicht in c. 221.), dass zur Gültigkeit drei Dinge verlangt sind: Erstens, dass der Verzicht frei geschieht (renuntiatio libere fiat), zweitens hinreichend kundgemacht (rite manifestetur) und drittens, dass er nicht von irgendwem angenommen wird (non a quopiam acceptetur) ...Zum vollständigen Artikel


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