Billige Polemik und der bellende Staatsanwalt

Die faire Routine war wohltuend und das Selbstbewußtsein, mit dem der sächsische Kriminalbeamte zwischen unserem Mandanten und mir vermittelte, war ein gesundes.

Der Beamte hatte den Auftrag, in Norddeutschland eine Wohnung zu durchsuchen und den Inhaber - unseren Mandanten - zu verhaften. Weil ich nicht sofort erreichbar war, hinterließ er seine Handynummer. Wir konnten etwas später dann in professioneller Atmosphäre das Übliche klären: Ich habe dem Mandanten zum Schweigen und im übrigen zur Kooperation geraten; der Kriminale hatte nichts daran auszusetzen und übermittelte meinen Rat an den Mandanten.

Dann gab er mir noch die Durchwahl der Geschäftsstelle der Staatsanwaltschaft in Sachsen, damit ich dort um Übersendung des Durchsuchungsbeschlusses und des Haftbefehls bitten konnte. Wenige Minuten später hatte ich eine über 30 Seiten starke Datei im PDF-Format im Postkasten. Ein paar Stunden später stand der Termin für die Vernehmung vor dem zuständigen Haftrichter (§ 115a Abs. 3 StPO) und mündliche Haftprüfung (§ 117 StPO) fest, die Frist des § 118 Abs. 5 StPO war hier kein Thema. Die Ermittlungsakten - eine zweistellige Anzahl an Bänden - bekomme ich im Laufe dieser Woche auf DVD.

Soweit ein professionell geführtes Verfahren, das gegen eine höhere zweistellige Zahl von Beschuldigten geführt wird und bei dem auf Auslandskonten Millionenbeträge gesichert wurden. Unsere Kanzlei vertritt weitere Beschuldigte in diesem Verfahren. Die Kommunikation mit der Generalstaatsanwaltschaft verläuft auch dort auf dem selbem hohen Niveau. Es geht flott voran.

Ganz anders im Lande Brandenburg. Dort wird auch in einer umfangreichen Sache gegen mehrere Beschuldigte ermittelt, von denen ein paar noch flüchtig sind; andere sind bereits in Haft und einige sind von der Haft verschont ...

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