Pro und Contra: Buchpreisbindung auch für eBooks?

Ein Buch, das sich selbst vorliest; eine Zeitung, die neben dem Hintergrundartikel einen entsprechenden Videokommentar der Redaktion einbettet: seit der breitenwirksamen Einführung des sog. eBooks als elektronische Entsprechung der altehrwürdigen Druckerzeugnisse auf Papier rücken diese Szenarien in den Bereich des Vorstellbaren. Dabei offenbart dieses Phänomen die fortschreitende Konvergenz der Medien, bei der einzelne Informationsträger eng verknüpft und als Einheit handhabbar gemacht werden können.

Dazu treten neue Möglichkeiten des Verlags derartiger Produkte und deren Allverfügbarkeit an jedem Ort mit Zugang zu Internet: so ist es heute möglich, ein Manuskript über Dienste wie Smashwords oder Amazon Kindle Publishing ohne nennenswerten Aufwand weltweit elektronisch zu publizieren.

Fraglich ist, ob angesichts dieser Bedingungen eine Buchpreisbindung, wie sie in einigen europäischen Ländern realisiert ist, für eBooks gerechtfertigt ist. Diese Durchbrechung des wettbewerblichen Grundsatzes freier Preisbildung legitimiert sich durch den Schutz literarischer Vielfalt. Durch Umgehung des Preiswettbewerbs soll ein Angebot auch jenseits des Mainstreams ermöglicht werden, das durch kleinere Verlage und Buchhändler unterhalten wird.

Ob es sich bei eBooks überhaupt noch um Bücher iSd Buchpreisbindungsgesetzes handelt, kann bezweifelt werden, insbesondere da eBooks steuerlich als Dienstleistung behandelt werden und so im Gegensatz zu gedruckten Büchern dem regulären Mehrwertsteuersatz unterliegen. (J.H.)

Pro

Das eBook ist angekommen im deutschen Alltag. Ob in der U-Bahn, am Flughafen oder im Café. Menschen, die ihre Bücher auf Kindle, iPad & Co. lesen, finden sich nahezu überall. Die digitale Revolution macht auch vor dem Buchmarkt nicht halt. Gleichzeitig hat diese Entwicklung den Buchmarkt nicht in dem Maße erschüttert, wie es zuvor Musikbranche und Einzelhandel erleben mussten ...

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