Fotolia und die fehlende Urhebernennung

Uns liegen zurzeit einige urheberrechtliche Abmahnungen in einer interessanten neuen Spielart vor. Es geht um die unberechtigte Nichtnennung des Urhebers bei “Fotolia-Bildern”.

Der Fall sieht wie folgt aus: Ein Fotograf stellt seine Bilder bei Fotolia ein und lässt diese durch Fotolia an diverse Dritte lizenzieren. Ein Dritter nutzt die Bilder gemäß Lizenzbestimmungen…fast zumindest. Er vergisst nämlich, den Fotografen als Urheber der Bilder zu nennen. Das missfällt dem Fotografen – aus gutem Grund. Er möchte gerne genannt werden, und erhofft sich dadurch Werbung, weitere Nutzungen seiner Bilder und letztlich weitere Einkünfte. Deshalb wendet er sich erbost an seinen Rechtsanwalt und bittet ihn um Rat.

Fotonutzung ohne Urhebernennung ist eine Urheberrechtsverletzung

Der Anwalt weiß Rat. Bei der Nichtnennung des Urhebers handelt es sich um eine Rechtsverletzung, welche durch den Dritten zu unterlassen ist. Außerdem steht dem Fotografen Schadenersatz zu. Der Anwalt setzt ein entsprechendes Schreiben auf und macht sich an die Berechnung des Schadenersatzes….

…und muss entsetzt folgendes feststellen: Der Schadenersatz wird regelmäßig im Rahmen der Lizenzanalogie ermittelt. Das Recht zur Nichtnennung des Urhebers lassen sich die Urheber gemäß den einschlägigen Lizenztabellen mit 100% Zuschlag auf das Grundhonorar vergüten. Das Grundhonorar ist bei Fotolia jedoch regelmäßig nur sehr gering – vielleicht 1-3 Euro. Auf dieser Grundlage hätte der Fotograf auch nur einen Anspruch auf Zahlung von 1-3 Euro.

Höhe des Schadensersatzes bei fehlender Urhebernennung

Mit diesem Ergebnis gab sich der Anwalt jedoch nicht zufrieden ...

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