Fragwürdiges: Vom Urheberrechtsschutz für Interviews

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Interviews sind für beide Seiten eine attraktive Sache: Der Interviewer erfragt, was er wissen will. Und der Interviewte bekommt die Möglichkeit, über Geschehenes oder Künftiges zu berichten, auf- und zu erklären oder Position zu beziehen. Doch wer darf in welchem Maße über das Interview verfügen? Darf man, ohne den anderen zu fragen, das Interview gegenüber Dritten verwenden, z.B. in einer Mitarbeiterzeitung oder im Internet veröffentlichen? Die Antwort: nicht ohne weiteres, denn es gilt hierbei einiges zu beachten.

Kürzlich hat das Landgericht Hamburg im Fall der Veröffentlichung eines Kataloges von Interviewfragen entschieden: Interviewfragen können als Sprachwerke urheberrechtlich geschützt sein und dürfen somit nur mit Zustimmung des Urhebers genutzt werden (Landgericht Hamburg, Beschl. v. 8.11.2012, Az. 308 O 388/12).

Nur individuelle geistige Schöpfungen genießen Urheberrechtsschutz (§ 2 Abs. 2 UrhG).

An dem gewissen Grad an Individualität wird es fehlen, wenn der Spielraum für eine individuelle Gestaltung sehr eng und ein individuelles Schaffen daher besonders schwierig ist. Auf den ersten Blick scheinen Interviewfragen, die regelmäßig zielgerichtet gestellt werden, so ein Fall zu sein. Aber Sprachwerke leiten ihre Individualität nicht nur aus der sich in der Sprachgestaltung ausdrückenden Gedankenführung und –formung her. Auch die schöpferische Sammlung, Auswahl, Einteilung und Anordnung des vorhandenen Stoffs kann Urheberrechtsschutz begründen, soweit ein gewisser Grad an Individualität besteht. Weist der Kern einer Frage daher vielfache Möglichkeiten der Formulierung auf, kann diese aufgrund ihrer prägnanten sprachlichen Gestaltung, ihres inhaltlichen Aufbaus und ihrer individuellen Zusammenstellung urheberrechtlich geschützt sein.

Das Gleiche gilt für die Antworten des Interviewten ...

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