Fotograf von “Bild” ist auch nur Opernbesucher – und hat kein Recht aufs eigene Bild

Wer in die Oper geht, will nicht nur (und manchmal auch gar nicht) seine Garderobe ausführen, sondern zuhören und zuschauen. Klackendes Blitzlichtgewitter kann da stören. Deswegen muss man nicht nur sein Handy ausschalten, sonder auch die Spiegelreflex, was Pressefotografen böse aufstoßen kann – vor allem wenn sie eine gute Fotostory wittern und als “Bild”-Reporter sonst eher opernfern leben dürften. Also klagte ”Bild” gegen die Oper - und unterlag nun vor dem Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen in der Berufung. Die Revision zum Bundesverwaltungsgericht wurde nicht zugelassen.

Es ging um Tilman Knabes “Samson et Dalila” Inszenierung, die im Mai 2009 Premiere hatte. Knabe gilt den Medien als Skandalregiesseur, der Nackte auf die Bühne bringt und auch sonst gerne mal provoziert. In Köln hatte seine Inszenierung aber zuerst einmal nicht das Publikum erregt, sonderm den Opernchor. Zahlreiche Sängerinnen und Sänger hatten sich angesichts grausamer Gewaltszenen und Massenvergewaltigungen krank gemeldet. Selbst die “Welt” kommentierte das knapp: ” Erklären lässt sich der kollektive Gang zum Arzt nur damit, dass der konfrontative Regiestil an Köln bisher vorbei gegangen ist. Da kann ein Knabe noch schockieren ...

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