2C 337/2012: Hoheit für Besteuerung des aufgeschobenen Grundstückgewinns liegt beim Zuzugskanton

Im Entscheid ging es einerseits um die zweijährige Frist bei der Ersatzbeschaffung von Wohneigentum und anderseits um die Steuerhoheit bei der Erhebung der ursprünglich aufgeschobenen Steuer. Der Beschwerdeführer verkaufte am 3. Januar 2001 die selbstgenutzte Wohnliegenschaft im Kanton NW. Ein Jahr zuvor, am 7. Januar 2000, hatte der Beschwerdeführer Stockwerkeigentum im Kanton LU erworben, worin er hernach wohnte. Der Kanton NW ermittelte einen steuerbaren Grundstückgewinn von CHF 410'500, setzte einen Ersatzbeschaffungsanteil fest und rechnete über den Restgewinn definitiv ab. Neun Jahre später, mit Vertrag vom 15. März 2010, verkaufte der Beschwerdeführer das im Kanton LU gelegene Stockwerkeigentum. Infolge ungenügenden Rechtsgrundnachweises wies das Grundbuchamt die Grundbuchanmeldung mit Verfügung vom 7. Mai 2010 ab. Die Handänderung, gestützt auf den bereinigten Kaufvertrag vom 23. Juli 2010, trug das Grundbuchamt schliesslich am 27. Juli 2010 im Tagebuch ein. Als selbstbewohntes Wohneigentum nutzte der Beschwerdeführer fortan eine Stockwerkeinheit im Kanton NW, welche er mit Tagebucheintrag vom 5. Mai 2008 erworben hatte. Sowohl der Kanton LU wie auch der Kanton NW besteuerten den im Jahr 2001 aufgeschobenen Grundstückgewinn. Zu klären war einerseits die Frage nach der "angemessenen Frist", innert derer eine Ersatzbeschaffung zu tätigen ist und anderseits diejenige nach der Steuerhoheit für die Besteuerung des aufgeschobenen Gewinns. Das BGer hielt fest, dass die zweijährige Frist i.c. nicht eingehalten war, weil zwischen dem 5. Mai 2008 und dem 27. Juli 2010 mehr als zwei Jahre liegen. Das sei nicht formalistisch, und zwar auch nicht vor dem Hintergrund, dass die Parteien einen ersten (vom Grundbuchamt dann aber zurückgewiesenen) Kaufvertrag bereits am 15. März 2010 abgeschlossen hatten. Vgl. dazu E 3.2 bis 3.4 ...Zum vollständigen Artikel

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