Wird Heiraten wirklich riskanter?

Das Unterhaltsrecht unterliegt in den letzten Jahren einigen Veränderungen. Die größte Veränderung gab es mit der Unterhaltsreform 2008. Die Zeitschrift “Capital” berichtet in seiner neuesten Ausgabe über die “Reform zur Reform”, d.h. über die angeblichen neuen großen Veränderungen, die seit dem 01.3.2013 im Unterhaltsrecht gelten. Sie fast diese Veränderungen kurz zusammen mit dem Satz: “Scheiden tut stärker weh” oder “Heiraten wird wieder riskanter”.

Es wundert mich immer wieder, wie sehr Medien ein rechtliches Thema oberflächlich aufgreifen. Mich ärgert es auch, wenn behauptet wird, durch eine gesetzgeberische Klarstellung seien Reformen wieder rückgängig gemacht worden. Die Zeitschrift behauptet, dass zunächst mit der Unterhaltsreform 2008 “plötzlich” die “Ehedauer nichts mehr” zähle; jetzt, durch die neue Reform “komme es stärker auf den Einzelfall” an. Als ob sich dies nun geändert hätte!

Nur zur Erinnerung: Durch die Unterhaltsreform 2008 wurde der Grundsatz der Eigenverantwortung eines jeden Ehegatten im Falle der Scheidung hervorgehoben. Im Rahmen des Betreuungsunterhaltes – d.h. der Unterhalt, der gezahlt werden muss, wenn ein Elternteil die Kinder betreut und deswegen nicht arbeiten kann – gibt es keine Automatismen mehr, sondern ab dem 3. Lebensjahr sind die bestehenden Kinderbetreuungsmöglichkeiten vor Ort wichtig. Außerdem kann der Unterhalt einfacher befristet oder in der Höhe begrenzt werden. Dazu mußte immer geprüft werden, ob sog. ehebedingte Nachteile vorliegen. Diese konnten sich nach der Unterhaltreform 2008 auch aus der Ehedauer ergeben.

Und jetzt: was hat sich geändert?

Am 13.12.2013 hat der Bundestag durch ein Gesetz eine neue Fassung des §1578b BGB verabschiedet, die ab dem 1. März 2013 gilt. §1578b Abs. 1 BGB (gültig bis zum 28.2 ...

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