Abfindung für den weichenden Gesellschafter-Geschäftsführer

Verkauft der Gesellschafter einer GmbH seinen 50 %igen Geschäftsanteil an seinen Mitgesellschafter und scheidet er gleichzeitig als Geschäftsführer aus, so konnte eine Abfindung, die ihm aufgrund der Aufhebung des Geschäftsführer-Dienstvertrages gezahlt wird, bis zur gesetzlichen Neuregelung zum 1. Januar 2006 steuerfrei sein.

Gemäß § 3 Nr. 9 Satz 1 EStG a.F. sind Abfindungen u.a. wegen einer vom Arbeitgeber veranlassten Auflösung des Dienstverhältnisses, höchstens jedoch 24.000 DM, steuerfrei. Eine vom Arbeitgeber veranlasste Vertragsauflösung liegt vor, wenn der Arbeitgeber die entscheidenden Ursachen für die Auflösung gesetzt hat. Dabei ist nicht die arbeitsrechtliche Beurteilung der Auflösung maßgeblich, sondern allein der Umstand, wer die Auflösung “betrieben” hat, von wem also die (Initiative zur) Beendigung des Dienstverhältnisses ausgegangen ist. Ob das Arbeitsverhältnis letztlich einvernehmlich aufgelöst wird, ist unerheblich.

Ob die Vertragsauflösung vom Arbeitgeber veranlasst wurde, ist anhand der Umstände des Einzelfalles vom Finanzgericht als Tatsacheninstanz zu entscheiden. Dabei kann im Regelfall davon ausgegangen werden, dass bei Zahlung einer Abfindung der Arbeitgeber die Auflösung gewollt und damit auch veranlasst hat; denn anderenfalls wäre er kaum bereit gewesen, eine Abfindung zu zahlen.

Diesen Grundsätzen entspricht die Vorentscheidung; sie ist daher aus Rechtsgründen nicht zu beanstanden. Das Finanzgericht stellt fest, dass die vorzeitige Beendigung des Dienstverhältnisses des Klägers durch die GmbH betrieben worden sei, dies im Hinblick auf die unmittelbar bevorstehende Anteilsveräußerung durch den Kläger ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK