Rezension Strafrecht: Völkerstrafrecht

Werle, Völkerstrafrecht, 3. Auflage, Mohr Siebeck 2012 Von Rechtsanwalt Johannes Berg, Kaiserslautern Das Völkerstrafrecht wird den meisten Juristen, von Strafrechtslehrern mit diesem Forschungsschwerpunkt wie Mitarbeitern ihrer Lehrstühle und auch Studierenden eines entsprechenden Schwerpunktes einmal abgesehen, kaum bekannt sein. Ich muss eingestehen, bislang weder in der juristischen Ausbildung noch im Beruf Berührungspunkte mit dem Thema gesehen zu haben. So musste sich meine Rezension nicht zuletzt mit der Frage auseinandersetzen, ob das von Verlagsseite als „unentbehrlich“ bezeichnete Werk der Praxis einen tatsächlichen Nutzen erweist. Gerhard Werle, Strafrechtslehrer an der Humboldt-Universität zu Berlin, beginnt seine Darstellung mit dem ersten von sechs Teilen, den Grundlagen, nicht etwa mit dem Begriff des Völkerstrafrechts. Vielmehr beschäftigt er sich zunächst mit dessen Entwicklung. Didaktisch macht das auch Sinn; wurde der Begriff doch erstmals von Beling1896 gebraucht (Die strafrechtliche Bedeutung der Exterritorialität, S. 40f.), das eigentliche Völkerstrafrecht mit einem gewissen Fundament im Friedensvertrag von Versailles aber erst aus dem IMG-Statut mit der Errichtung des Internationalen Militärgerichtshofs und dem folgenden Nürnberger Kriegsverbrecherprozess von 1945 bis 1946 geboren. Werle fährt mit Erläuterungen zu Aufgaben und Legitimation des Völkerstrafrechts, der Notwendigkeit systematischer oder massenhafter Gewaltanwendung als Bezug zu den höchsten und damit internationalen Interessen fort. Im Anschluss erläutert er die strafrechtstheoretische Begründung und die Problematik des Rückwirkungsverbots, - was freilich im Nürnberger Prozess maßgeblicher Einwand der Verteidigung gegen eine Strafbarkeit war - um recht knapp mit dem Schuldprinzip die Grundlagen abzuschließen ...Zum vollständigen Artikel

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