Setzt Erlanger Jobcenter Arbeitssuchende unter Druck?

Über Probleme mit Eingliederungsvereinbarungen, die in der Hartz IV-Beratung aufgetreten sind, hatte das Erlanger Sozialforum die Mitglieder des Stadtrats in einem offenen Brief informiert. Inzwischen ist das Thema im Sozialausschuss gelandet. Vermittlungshemmnis Arbeitslosigkeit“: Für den gesunden Menschenverstand ist es eine Köpenickiade, wenn einem Arbeitssuchenden dies von einem Jobcenter attestiert wird. Doch genau mit diesem und weiteren, allerdings schwerwiegenderen Kritikpunkten am mit der Stadt kooperierenden Jobcenter GGFA ist das Erlanger Sozialforum kürzlich an die Stadträte herangetreten. Nach einem Fraktionsantrag der Linken wurde die GGFA beauftragt, Stellung zu nehmen. Das hat sie nun getan und ihre Ausführungen den Stadträten im Sozialausschuss vorgelegt. Damit ist das Thema jedoch nicht vom Tisch. Es wurde vereinbart, dass es zu einem späteren Zeitpunkt wieder auf die Tagesordnung kommt — dann nämlich, wenn die Betroffenen selbst zu Wort gekommen sind: Das Amt für Statistik soll jetzt eine Umfrage unter Hartz IV-Empfängern durchführen. Doch worum geht es nun genau? Sogenannte Eingliederungsvereinbarungen, kurz EGV, sollen laut Gesetz zur Eingliederung von Hartz IV-Empfängern in den Arbeitsmarkt beitragen. Wer sie unterschreibt, erklärt sich damit einverstanden, zum Beispiel an Bildungsmaßnahmen oder Förderhilfen teilzunehmen. Direkt kann man nicht zur Unterschrift gezwungen werden — indirekt zur Teilnahme aber dann doch: Jobcenter dürfen den Inhalt einer verweigerten Vereinbarung dem Hartz IV-Empfänger per Bescheid auferlegen. Der kann sich wehren und beim Jobcenter Widerspruch einlegen. Falls das Jobcenter den Widerspruch ablehnt, kann der Kunde beim Sozialgericht Klage einlegen. Eine kurzfristige Bildungsmaßnahme kann dann, bei Verfahrenszeiten von etwa einem Jahr, zu einer Art Marathon ausarten ...Zum vollständigen Artikel


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