Großbetrug mit Rückrufnummern: Hunderttausende Geschädigte, hoher Profit für Telefongesellschaften und moderate Bewährungsstrafen für die Täter

Zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten auf Bewährung verurteilte die 10. Große Strafkammer in Osnabrück gestern die beiden Hauptangeklagten im so genannten „Ping“-Strafverfahren. Eine weitere Angeklagte muss eine Geldstrafe von 1500 Euro bezahlen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Angeklagten mit einem Rückruf-Trick hunderttausende Handynutzer um rund 650.000 Euro betrogen haben. Ein weiterer Profiteur des Betrugs: Die Telekommunikationsanbieter.

Das Handy klingelte nur ganz kurz, die Nummer auf dem Display schien echt. Und gerade deshalb riefen hunderttausende Mobiltelefonbesitzer zurück. Ans Telefon ging allerdings nicht der vermutete Bekannte, sondern der Rückruf ging über eine teure, nutzlose Mehrwertdienstnummer, ohne dass dies im Dsiplay erkennbar war. Rund 660.000 Rückrufe zu 0,98 Euro erfolgten, der Schaden lag bei rund 650.000 Euro. Per Computer sollen die Angeklagten mehrere Millionen Mobiltelefonnummern angewählt haben. Darunter war auch ein Polizeibeamter aus Bersenbrück, der durch seine Strafanzeige die Ermittlungen auslöste.

In seiner Urteilsbegründung sprach der Richter vom Sumpf, der sich um die Mehrwertdienstnummern gebildet habe ...

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