Widersprüchliches Aussageverhalten von Zeugen

Schildert ein Zeuge eine Situation in zwei verschiedenen Vernehmungen unterschiedlich, so ist nicht von einem konstanten Aussageverhalten auszugehen.

Das Oberlandesgericht Düsseldorf verurteilte den Angeklagten wegen zweifachen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Die von der Strafverteidigung eingelegte Revision hatte vor dem Bundesgerichtshof (BGH) Erfolg.

Das Oberlandesgericht stellte fest, dass der Angeklagte von Deutschland aus einen Telefonanruf nach Istanbul tätigte und dort die Durchführung eines Anschlags anordnete. Die angerufene Person beauftragte daraufhin vier Personen, die mit Schusswaffen zwei Polizisten angriffen, die tödlich verletzt wurden. Die Verurteilung stützt sich vor allem auf die Aussage eines Mitbewohners der angerufenen Person.

Dabei hat das Oberlandesgericht, nach Ansicht des BGH, jedoch die Aussage fehlerhaft bewertet. Während das Oberlandesgericht von einer konstanten Aussage des Zeugen ausging, waren diese zum Teil widersprüchlich. So hat der Zeuge bei zwei unterschiedlichen kommissarischen Vernehmungen die Situation, in der die angerufene Person ihm von den Anweisungen erzählt haben soll, völlig unterschiedlich geschildert. Bereits beim Zeitpunkt gibt es Abweichungen ...

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