Amazon, Du bist raus!

Wer in Heidelberg studiert, kennt HEIDI. Nein, nicht die nette Wirtin im Lokal neben der Uni, sondern das Heidelberger Bibliotheks-Informationssystem - ein Online-Katalog der Universitätsbibliothek (UB). Seit einiger Zeit werden Suchergebnisse dort bebildert angezeigt. Das ist auch eine gute Idee, so sieht man auf einen Blick, ob man das gewünschte Buch in der gewünschten Auflage gefunden hat. Die Bilder stammen nicht aus einer eigenen Quelle. Der Einfachheit halber hat man Bilder der Firma genutzt, die für ihr nahezu unbegrenztes Angebot an Büchern (und auch an Cover-Screenshots) bekannt ist: Amazon. Und um noch kundenfreundlicher zu sein, verlinkte man die Bilder dann auch gleich mit dem Internetauftritt von Amazon. Praktisch, wenn das gesuchte Buch in der UB gerade ausgeliehen, man aber dringend darauf angewiesen ist: Dann konnte man es gleich online bestellen. Die UB bekommt bei einem Kauf auch ein paar Cent gutgeschrieben - so waren alle zufrieden. Die Kritik am Catalog-Enrichment ... Alle? Nein, ein unbeugsamer Professor für Germanistik und Editionswissenschaft an der Uni Heidelberg, Roland Reuß, mokiert sich (vielleicht im Fahrwasser der derzeit recht lauten Kritik an Amazon) in der FAZ über den "Luxemburger Steuerumgehungskonzern", der den stationären Buchhandel vertreibe und kaputt mache, und über die UB, die das mit ihrer Verlinkungsaktion noch fördere. "Wir wollen doch nur den Online-Katalog so nutzerfreundlich wie möglich machen", verteidigt Pressesprecherin Sabine Gehrlein das so genannte "Catalog Enrichment", das nicht nur bei der Heidelberger UB, sondern in vielen Katalogen wohl gang und gäbe ist. Außerdem kaufe die UB ihre Bücher nicht selbst bei Amazon, sondern im stationären Buchhandel. ... und was dann geschah Dennoch scheint die Kritik auf fruchtbaren Boden gefallen zu sein ...Zum vollständigen Artikel


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