Mal wieder Augsburg: Ein langer Trip im Kampf um´s Recht

Bahnhofsvorplatz in Augsburg

Ach ja, vor Gericht bekommt kein Recht, man bekommt ein Urteil, lautet ein altes Justizsprichwort, und jeder Strafverteidiger weiß, dass da was dran ist. Manchmal ist es auch ein Beschluss, den wir bekommen, das macht´s nicht unbedingt besser. Dennoch ziehen wir tagaus tagein durch die Gerichte der Republik und versuchen, ein wenig Recht und manchmal vielleicht sogar ein wenig Gerechtigkeit herzustellen.

Nachdem ich erst Sonntagnacht aus Mailand zurückgekommen war, habe ich am Montag in meiner Kanzlei in Mönchengladbach einige Büroarbeit erledigen und ein paar Mandantentermine wahrnehmen können. Zwischendurch bin ich noch zu einem Knastbesuch nach Krefeld gefahren, um eine recht umfangreiche Akte mit einem dort inhaftierten jungen Mann zu besprechen, und dann ging´s nach Düsseldorf, wo ich um halb sechs in den Zug nach Augsburg gestiegen bin, weil beim dortigen Amtsgericht gestern Morgen ein Termin bei der Haftrichterin wahrzunehmen war. Es ging mal wieder um das sattsam bekannte Augsburger Umsatzsteuerkarussellverfahren. Gegen meinen seit 6 Monaten inhaftierten Mandanten sollte ein neuer Haftbefehl verkündet werden, weil die Staatsanwaltschaft meinte, zu neuen Erkenntnissen gekommen zu sein. Vielleicht sollte ja auch nur noch ein wenig Munition nachgeschoben werden, um die 6-Monats-Haftprüfung beim OLG zu bestehen.

Wesentliche neue Erkenntnisse standen nicht drin im neuen Haftbefehl, der mir vorab per Fax als Entwurf zugeleitet worden war. Die alten Positionen waren stereotyp wiederholt worden und der dringende Tatverdacht gegen meinen Mandanten wurde unter anderem damit begründet, dass er und zwei angeblich von ihm installierte Geschäftsführer wissentlich in das Karussell eingebunden gewesen seien und Rechnungen und unberechtigte Vorsteuererstattungen in Millionenhöhe veranlasst hätten ...

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