Der beschädigte Baum und die Wertminderung des Grundstücks

Auch wenn ein Gehölz oder ein Baum nicht zerstört, sondern nur beschädigt wird (hier: Thujenabpflanzung), kann die dadurch entstandene Wertminderung des Grundstücks im Grundsatz nach der “Methode Koch” berechnet werden. Die Vorschriften der Immobilienwertermittlungsverordnung vom 19. Mai 2010 stehen dem nicht entgegen.

Anlass für diese Entscheidung des Bundesgerichtshofs war ein Nachbarstreit: Die Parteien sind Eigentümer angrenzender Grundstücke. Entlang der Grenze befindet sich auf dem Grundstück des Klägers auf einer Länge von 15 m eine über 7 m hohe Thujenabpflanzung. An den Bäumen nahm der Beklagte ohne Einwilligung des Klägers Stämmlings- und Astkappungen vor, die nicht fachgerecht ausgeführt wurden. Infolgedessen sind die Thujen dauerhaft verstümmelt und in ihrer Vitalität beeinträchtigt; der optische Eindruck des klägerischen Grundstücks ist nicht unerheblich beeinträchtigt. Der geschädigte Nachbar verlangte daraufhin Schadensersatz, zum einen für die von ihm aufgewendeten Kosten der Sofort- und Nachbehandlung durch einen Gärtner und zum anderen für die bleibende Wertminderung der Abpflanzung.

Die Klage hat sowohl erstinstanzlich vor dem Amtsgericht Rosenheim wie auch in der Berufungsinstanz vor dem Landgericht Traunstein vollen Umfangs Erfolg gehabt. Mit der von dem Landgericht Traunstein zugelassenen Revision wendet sich der Beklagte nur noch gegen seine Verurteilung zur Zahlung von Schadensersatz aufgrund der Wertminderung. Doch insoweit bestätigte nun der Bundesgerichtshof die Schadensberechnung:

Die Entfernung oder Zerstörung von Gehölzen kann auch dann zu einer Wertminderung des Grundstücks führen, wenn sich dessen Verkaufswert hierdurch nicht verändert hat. Die Wertminderung kann nach der ständigen höchstrichterlichen Rechtsprechung anhand der sogenannten “Methode Koch” berechnet werden. Bei dieser Wertermittlungsmethode handelt es sich um ein modifiziertes Sachwertverfahren ...

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